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Erinnerungsfeld

Erinnern Sie an einen wichtigen Menschen. Oder an ein Ereignis, das Ihnen etwas bedeutet und stiften Sie zugleich ein Stück Zukunft für unsere Gemeinde.

 

Die Erinnerung

"Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras. Er blühet wie eine Blume auf dem Felde. Wenn
aber der Wind darüber geht, so ist sie nimmermehr da und ihre Stätte kennt sie nicht mehr. Die Treue Gottes aber dauert an von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn achten, denn Gott weiß wohl, was für ein Gebilde wir sind. Gott denkt daran, dass wir verletzlich sind." Mit diesen Worten aus dem Psalm 103 haben sich Menschen schon vor langer Zeit ihre Vergänglichkeit bewusst gemacht. Aber sie brachten damit auch ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass ihr Leben, dass die Einmaligkeit unseres Daseins in aller seiner Besonderheit und Bedürftigkeit am Ende einen Ort des Gedenkens und Erinnerns finden wird. Diesen Ort verbinden wir Christinnen und Christen mit dem Namen Gottes. Und diesen Ort der Erinnerung wünschen wir uns in der Nähe der Menschen, die uns gekannt, geliebt und geachtet haben.

Darüber hinaus haben von alters her Menschen immer wieder versucht, die Vergesslichkeit des Todes zu überlisten. Ihr Wunsch war, ihren Namen auch über ihren Tod hinaus in der Erinnerung der Lebenden zu halten: Die Grabplatten, die wir an Boden und Wänden der mittelalterlichen Kirchen bewundern, zeugen bis heute davon.
Unsere heutige Beerdigungspraxis lässt die Namen unserer Verstorbenen immer unsichtbarer werden: Zunehmend mehr Menschen entschließen sich zu einer anonymen Grabstelle. Sie tun das meist aus ganz achtbaren, einsichtigen Gründen: "Wer soll sich denn um mein Grab kümmern?" Andere setzen zwar bewusst die Tradition fort, auf einem Grabstein die Erinnerung wach zu halten – doch meist steht dieser Grabstein auf einem Friedhof, weit entfernt von den Menschen, die sich erinnern wollen.

 

Die Idee

Viele von uns finden es schade, dass dadurch die Erinnerung an einen Menschen so schnell vergeht. Andere erinnern sich gern an den Tag ihrer Taufe oder Trauung, vielleicht in einer Kirche weit weg, vielleicht in der Martin-Luther-Kirche in Neukölln. Deshalb haben wir eine Idee gegen das Vergessen. Die Idee heißt:
ERINNERUNGSFELD IN DER MARTIN-LUTHER-KIRCHE, ein ganz besonderer Ort der Erinnerung.

 

Der Ort

Die Martin-Luther-Kirche steht seit 1909 in der Fuldastraße, mitten in der Altstadt von Neukölln.
Unsere Kirche hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. In Anwesenheit des preußischen Kronprinzen eingeweiht, im 2. Weltkrieg durch eine Bombe zerstört, in den 50er Jahren wiederaufgebaut, 1970 gründlich umgebaut. Heute ist unsere Kirche wieder der schöne Mittelpunkt einer lebendigen, fröhlichen, buntgemischten christlichen Gemeinde.

 

Das Feld

Die Sanierung der Fundamente und der Einbau einer Fußbodenheizung machten es notwendig, im Jahr 2001 in der Martin-Luther-Kirche einen neuen Fußboden zu verlegen. Er besteht aus einem besonders schönen, grünlich changierenden Muschelkalkstein: Gebrochen wurde er im unterfränkischen Bohleite, wo er in den letzten 200 Millionen Jahren ruhte.

 

Die Bronzen

In den Muschelkalk eingelegt wurden 532 Bronzeplatten: Jede ist zehneinhalb Zentimeter lang, zehneinhalb Zentimeter breit und zwei Zentimeter dick. In einer Berliner Kunstgießerei wurden sie von Hand gefertigt. Jeweils mehr als drei Kilogramm schwer, sind diese Bronzen Stück für Stück eine Handvoll Ewigkeit.
Der Kirchenfußboden ist das Erinnerungsfeld. Und die Bronzen sind der Platz, um einen einzelnen Menschen in den Blick zu nehmen. Als der Fußboden fertig war, sahen die Bronzen noch alle gleich aus. Doch nach und nach werden sie unverwechselbar: wie der Mensch, an den durch die Eingravierung seines Namens und der Geburts- und Sterbedaten erinnert wird. Oder, noch schöner, durch die Gravur einer Künstlerin oder eines Künstlers – der Möglichkeiten sind viele. Erste Beispiele finden Sie auf diesen Seiten.

 

Eine offene Kirche

Zunächst und vor allem ist die Martin-Luther-Kirche am Sonntag und an den kirchlichen Festtagen Versammlungsort der Gottesdienstgemeinde: Dann ist sie von 9.30 bis 13.00 Uhr für jedermann zugänglich. Natürlich auch während der zahlreichen Veranstaltungen "unter der Woche", wenn sie – ob Mittagsgebet, ob Konzertabend – lebendiger Treffpunkt vieler Menschen von nah und fern ist.
Findet kein Gottesdienst und keine Veranstaltung statt, steht die Kirche in der Regel allen Besuchern montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr offen. Dann ist Gelegenheit, in der ganz eigenen Atmosphäre dieser Kirche zur Ruhe zu kommen, Erinnerungen zu pflegen, Begegnungen zu erleben, zu beten, eine Kerze anzuzünden und Blumen niederzulegen.
Und dennoch ist man nicht ganz allein:
Direkt angrenzend an die Kirche laden täglich LUTHER´S Café in der Kirche und LUTHER´S Laden in der Kirche zu einem Besuch ein.

 

Das Versprechen

Solange die Martin-Luther-Kiche steht, werden die Bronzen Teil des Erinnerungsfeldes bleiben. Wie die Denkmale in alten Kirchen, über die wir uns heute freuen.

 

Die Stiftung

Die Sanierung der Kirche, der Einbau der neuen Heizung und des Muschelkalkbodens haben mehr als eine halbe Million Mark gekostet: Geld, das wir uns leihen mussten.
Um dieses Darlehen zurückzahlen zu können, bezahlt der Stifter einer Erinnerungsbronze zugleich ein Stück Fußboden. Deshalb hat jede Erinnerungsbronze ihren Preis. Mitglieder einer christlichen Kirche können eine solche Platte für eine Spende in Höhe von 800 Euro erwerben. Menschen, die keiner Kirche angehören, werden um eine Spende von 1050 Euro gebeten. Im Preis enthalten ist eine Standardgravur mit Namen, Geburtsdatum und ggf. Sterbedatum eines Menschen (Ausführung A). Und Ihren Wunschplatz - sofern er noch nicht vergeben ist – sichern wir Ihnen natürlich zu.
Mehrere Musterbronzen können Sie sich in LUTHER´S Laden in der Kirche anschauen. Dort finden Sie auch künstlerisch gestaltete Entwürfe. die wir für Sie – gegen ein zusätzliches Honorar für die Künstlerin oder den Künstler – gern umsetzen (Ausführung B).
Es gibt aber auch die Möglichkeit Bronzetafeln mit erhabener Schrift und oder erhabenem Motiv, gegen eine zusätzliche Gebühr, neu gießen zu lassen. (Ausführung C)

 

Das Finanzamt

Als Stifterin oder Stifter erhalten Sie eine Spendenbescheinigung, die Sie hrem Finanzamt einreichen können. Wenn Sie Lohn- oder Einkommenssteuer zahlen, wird Ihnen daraufhin ein erheblicher Teil Ihrer Spende zurückerstattet.

 

Die Einladung

Kommen Sie vorbei und schauen Sie sich das Erinnerungsfeld in der Martin-Luther-Kirche an. Weitere Einzelheiten erfahren Sie in LUTHER´S Laden in der Kirche direkt vor dem Kirchraum.

In LUTHER´S Laden können Sie auch das Erinnerungsbuch bekommen, das Biographien von einigen der Menschen enthält, derer im Erinnerungsfeld gedacht wird.

 

Kontakt: Pfarrer Dr. Dieter Spanknebel

Tel. 609 77 49-0