Gedanken zum Mitnehmen (aus: GemeindeZEITUNG August/ Septemberi 2019)


Allezeit zum Gotteslob bereit

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„Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (Hiob 19,25) ist der

Monatspruch für den Monat November.

 

 

Der November war für mich von Kindestagen an ein Monat der Trauer. Mit meinen Eltern besuchte ich die Gräber meines Großvaters und meiner viel zu früh verstorbenen älteren Schwester nicht wie sonst, sondern in einer ganz besonders traurigen Stimmung. Das Wetter mag ein Übriges zu dieser Traurigkeit

beigetragen haben. Doch inzwischen sind diese Zeiten längst an mir vorbeigezogen und haben einen anderen Monat für mich zur einem traurigen gemacht, den Februar.

Hiervon erzähle ich gern im kommenden Jahr und will nur schon einmal einen Brückenschlag für diese beiden Monate ankündigen, denn in beiden ist, zumindest in der Rheinischen Landeskirche, Karneval.

Doch kommen wir zurück auf diesen Hiob, dessen Lebensgeschichte der Wochenspruch entnommen ist. Hiob war ein gottesfürchtiger Mensch, so erzählt uns die Bibel, und wir erfahren auch, dass ihm dies nicht schwer fiel, denn es ging ihm außergewöhnlich gut unter der Gnade des Gottes, an den er glaubte.

Doch dann kam alles anders, denn Gott wollte Hiob prüfen und feststellen, wie es um ihn und seinen Glauben bestellt war. Und so nähern wir uns der Geburtsstunde dessen, was der Volksmund heute als

„Hiobsbotschaften“ bezeichnet. Durch vier Botschaften verliert Hiob seinen ganzen Reichtum inmitten von Kriegswirren und Naturgewalten. Zu diesem Reichtum gehören auch seine Töchter und Söhne. Doch was auch geschieht, Hiob trägt alles mit Fassung und dem allgemein bekannten Satz:

„Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei gelobt.“.

Auch wenn wir alle in einer anderen Situation leben, als einst Hiob, so fehlt mir bei uns doch viel zu oft die Dankbarkeit. Sogar Menschen, die nicht an unseren Gott glauben, sind schnell dabei ein „Gott sei

Dank“ auszusprechen, wenn ihnen etwas Schlimmes erspart geblieben ist. Doch selbst Christen fällt es schwer wirklich dankbar dafür zu sein, was ihnen täglich an Gutem widerfährt.

Ich selbst denke nicht jeden Tag daran, doch ich bemühe mich redlich den Dank an Gott und damit auch ein Lob an ihn immer wieder im Stillen oder auch laut auszusprechen, weil ich inzwischen erkannt habe, dass wir alle mehr Grund zum Danken, als zum Klagen haben.

Dies gilt auch für mich und auch in einem Monat wie dem November, in dem das Totengedenken einen großen Raum einnimmt und ich mich an den Kirchenvater Augustinus erinnere, der sinngemäß gesagt haben soll, dass wir über Verstorbene nicht trauern sollen, sondern Gott für die Zeit, die wir mit Ihnen teilen konnten, danken sollten. Lasst uns daher im November öfter auch einmal an Hiob und Augustinus denken, weniger trauern und mehr danken und loben, denn beides tut auch unserer Seele gut.

 

Norbert Busse