Gedanken zum Mitnehmen (aus: GemeindeZEITUNG Februar2020/ März 2020)


Zuversicht

„Das wird schon.“. Oder aber: „Das wird

bestimmt nichts.“. „Klar wird das klappen.“.

„Nee, das klappt garantiert nicht“.

 

 Beide Seiten sind uns vertraut, oftmals schlagen geradezu zwei Herzen in unserer Brust. Das eine zuversichtlich schauend auf das, was da kommen wird, das andere zaghaft, sorgenvoll und ängstlich zögernd. Gar nicht so wenige Menschen gibt es, bei denen letzteres doch ziemlich oft die Oberhand

zu gewinnen scheint. Dabei sind Angst und Sorge erstmal nichts Schlechtes an sich, sie machen uns bewusst, was uns wertvoll ist und helfen uns dabei, uns nicht übermütig in Gefahren zu stürzen. Ihre Gegenstücke, Hoffnung und Zuversicht hingegen geben uns den Antrieb, Neues auszuprobieren und

Dinge anzugehen. Wenn Angst und Sorge jedoch anfangen, unsere Entscheidungen und unser Leben zu dominieren, dann entsteht eine negative Grundhaltung, die das Leben und die Zukunft zu ersticken droht. Die diesjährige Fastenaktion „Sieben Wochen Ohne“ steht unter dem Motto: „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“. Sie erinnert besonders daran, dass es neben der Liebe und dem Glauben auch die Hoffnung ist, von der Christinnen und Christen ihr Leben bestimmen lassen sollen, so wie es

der Apostel Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth schreibt. Wer sich die biblischen Bücher einmal genauer unter der Frage nach der Hoffnung anschaut, der wird schnell feststellen, dass die Bibel voll ist von lauter kleinen und großen Hoffnungsgeschichten. Da bekommt zum Beispiel die viel zu alte Sarah doch noch einen Sohn. Da öffnet sich das Meer und das Volk Israel kann seinen ägyptischen Verfolgern in die Freiheit entkommen. Da werden Menschen von unheilbaren Krankheiten geheilt, 5000

Menschen werden von fünf Broten und zwei Fischen satt. Aber die wohl größte Hoffnungsgeschichte

feiern wir nach der Fastenzeit zu Ostern. Nach Kreuzigung und Tod ist Jesus wieder lebendig. Er begegnet seinen Jüngerinnen und Jüngern, die ihre Verstecke verlassen, in die sie sich verängstigt

und verzweifelt geflüchtet hatten, und sich fortan mutig vor aller Welt zu Jesus bekennen. Der Tod hat nicht das letzte Wort. All diese Geschichten wollen unsere Hoffnung stärken, unsere Zuversicht wecken. So wie auch die diesjährige Fastenaktion mit ihrem Thema. Sie schreibt dazu: „Wir möchten mit Texten und Bildern dazu ermuntern, auch in schwierigsten Lebensphasen nicht zu übersehen, wie viel Verstand, Mut und Können in uns, in unseren Familien, Freundeskreisen und Gemeinschaften steckt. Mit Zuversicht kann es gelingen, aus Krisen zu lernen und gemeinsam neue Wege zu entdecken.“ Besonders die Wochen in der Fastenzeit laden dazu ein, sich für eine begrenzte Zeit einmal darauf einzulassen und zu schauen, welche Auswirkungen eine solche Haltung auf das eigene Leben hat. Jede und jeder ist herzlich eingeladen, es einmal auszuprobieren, für sieben Wochen konsequent hoffnungsvoll auf die Zuversicht zu setzen. „Wir kriegen das schon hin! Kein Grund zu Pessimismus!“.

 

Pfarrerin Anja Siebert-Bright